Sandman Klaus Bösch
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Sandbilder können die Welt erklären. Natürlich. Wie alle anderen Dinge auch. Das ist ein Teil des Zen. Aber ein Sandbild zeigt es erkennbar. Das sehe ich immer wieder an den Reaktionen von Menschen, die vor meinen Werken stehen. Fasziniert schauen sie zu, wie ein Sandbild Formationen bildet, die in der Natur Jahrmillionen benötigen.
Die Welt ändert sich mit jeder Drehung. Es wird nichts wirklich Neues geschaffen. Alles ist nur eine Modifikation von bereits existierenden Dingen. Aber wir alle lieben diese ‚Neuheiten’. Wir alle drehen unsere Köpfe, wenn sich etwas bewegt oder verändert, auch wenn wir ganz tief in uns wissen, dass die konservativen Ideen letztendlich von Bestand sind.

Es scheint also, dass Bewegung das wichtigste Element unseres Lebens und unserer Träume ist. Ist damit die Bewegung selbst nicht eine der konservativsten Ideen überhaupt?

Das Medium Sandbild, welches ich als Künstler nütze, zeigt pure Realität: Bewegung in verschiedenen Rahmen und vor verschiedenen Hintergründen.
In meinen Arbeiten reflektiere ich Themen, die mich beschäftigen, die jeden beschäftigen: Liebe, Geld, Glaube und die Natur. Natürliche Prozesse und Farbenspiele inspirieren mich. All das versuche ich, in meine Kompositionen zu packen, um die Ästhetik und Philosophie des Betrachters zu erreichen. Oder um zum Träumen zu animieren. Deshalb darf man mich den Sandmann nennen.

Jedes Sandbild ist ein interaktives Stück Kunst. Es ist für sich selber interaktiv, indem es immer wieder neue Landschaften oder Fantasie-Strukturen bildet. Und der Betrachter wird durch seine Interaktion zum Akteur, zum Künstler oder wenn man so will zum Schöpfer. So bald er am Bild dreht und damit das Spiel wiederholt, die Welt neu zu arrangieren.