Geschichte Teil 3

Die folgenden Angaben basieren auf meiner bescheidenen Recherche in Sachen fließender Sandbilder. Da sich manche Fakten
noch im Verborgenen halten, muss ich die Geschichte anhand der gefunden Fakten erzählen, bin jedoch
dankbar für jedes weitere Detail, das mir zugetragen wird.

Vorgänger

Anfang des 20. Jahrhunderts wurden Patente ausgestellt zum füllen von Sandbildern, ähnlich denen des
amerikanischen Sand-Künstlers Andrew Clemens.
Anfang der 1960er gab es ein Patent für ein do-it-yourself Set. Zwei Glasscheiben, die in einem Rahmen fixiert
und oben offen waren. Dort wurden verschiedenen farbige Sande gefüllt. Das Ergebnis waren zumeist Bilder
von Landschaften.
War man des Bildes müde, konnte man es wieder ausschütten und ein neues machen. Oder man konnte es
durch Vergießen mit Leim fixieren.

Geburtsstunde

Zur selben Zeit gab es auf einer Kalifornischen Uni einen Kunst-Kontest zum Thema kinetische Kunst. Einer
der Beteiligten wollte eine Sanduhr in 2-D fertigen. Dafür nahm er zwei Glasscheiben, die in einem Rahmen
fixiert waren und in der Mitte trennte eine Holzbarriere mit einem Durchlass das Gefäß. Der eingefüllte Sand
floss also wie bei einer Sanduhr durch ein Nadelöhr und bildete einen Hügel.
Das war quasi das erst fließende Sandbild.

Verschiedene Farben

Wham-O bekannt geworden durch ihre Frisbees und andere nette Spiele entwickelte zusammen mit dem
Physiker Ron L. Cloutier das Magic Window, das 1971 – 1974 produziert wurde. Zwischen zwei abgedichteten,
ovalen Acryl-Glasscheiben wurden verschieden färbige Mineralien lose eingefüllt. Durch Drehen separierten
sich die Farben, durch ihre unterschiedlichen Dichten. Ein tolles Ding.

Mit Wasser

Zwischen Mitte und Ende der Siebziger kamen die ersten Bilder mit Wasser drin. Ein Brite Namens David war der große Macher. Leider ist mir dieser David immer noch die Antwort auf meine Anfrage schuldig. Mit oder
ohne Mittel-Barriere – das Wasser verlangsamte das Spiel und begünstigte die Sedimentation, also die Trennung
der verschieden schweren Mineralien.
Aufgrund der physikalischen Gegebenheiten konnte es nicht anders, als dass bald Luft in Bildern kam, was
sich als günstig erwies, weil damit die Bilder noch langsamer liefen und der Sand noch tollere Formationen
bilden konnte.

Boom der 1980er

Zwischen Anfang und Mitte der Achtziger Jahre gab es einen ersten Boom mit Sandbildern. In Paris gab es Cinemascope,
eine Firma, die ca. 20 Leute beschäftigte. Nach Angaben eines Franzosen, der in Japan lebte und
die Bilder dort verkaufte, verstarb der Inhaber 1989. Schon 1986 meldete eine Firma aus Taiwan ein Patent in
Amerika an für ein Sandbild mit eingebauter Uhr. Die Firma stellt immer noch Sandbilder her. In Deutschland
gab es Sternschnuppe und Miracle Pictures. In Amerika startete Exotic Sands, auch dieser Hersteller ist noch
aktiv.
Daneben gab es einige Garagenproduktionen, zumeist dort, wo sich Touristen an Strandpromenaden tummelten
in Italien oder Spanien.
Ein solcher war Juan in Barcelona, der einzige nach meinem Ermessen, der es verstand, schöne, feine Sandmischungen zu machen und
3 oder 4 Sandsorten in ein Bild zu füllen. Seine Bilder waren herausragend schön, verglichen mit allen
anderen. Er war somit meine erste Messlatte.

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